Bakteriostatischer Effekt

Schutz vor Infektionen: Bakteriostatischer Effekt der Kupferspirale

Kupfer ist bakteriostatisch und dieser bakteriostatische Effekt der Kupferspirale oder auch der Kupferkette wird oft von Fachleuten in Ausführungen zur Verhütung mit der Spirale erwähnt. Was aber genau ist ein bakteriostatischer Effekt und was hat dies mit der Spirale als Verhütungsmittel zu tun? Streng genommen hat dieser Effekt nichts mit der schwangerschaftsverhütenden Wirkung der Spirale als Verhütungsmethode zu tun.
Man spricht von bakteriostatischen Substanzen, wenn eine Substanz oder ein Material das Wachstum von Bakterien hemmt. In diesem Zusammenhang gibt es auch den Begriff „bakteriozid“. Dies wiederum bezieht sich auf eine Substanz, die Bakterien tötet. Der bakteriostatische Effekt der Kupferspirale bezieht sich also auf die Wirkung des Kupfers, welches das Wachstum von Bakterien hemmt. Der bakteriostatische Effekt des Kupfers in der Kupferspirale oder Kupferkette trägt somit zur Senkung des Risikos einer Infektion bei.

Welche Vorteile bietet der bakteriostatische Effekt der Kupferspirale?

Die Kupferspirale leidet auch heute noch unter dem schlechten Ruf ihrer Vorgängermodelle. Zwar sind die bedenklichen Modelle der Spirale inzwischen vom Markt und zählen längst zur Geschichte der Spirale, trotzdem halten sich die Gerüchte hartnäckig. Einen großen Anteil an dem schlechten Image der Spirale hat vor allem das Modell „Dalkon-Shield“ aus den 60er Jahren. Die Bauart der Dalkon-Shield-Spirale (insbesondere die Beschaffenheit des Fadens) führte dazu, dass Bakterien sehr leicht in den Vaginalbereich gelangen konnten und zum Teil schwere Infektionen auslösten. Damals starben sogar einige Frauen an den Folgen dieser Infektionen.1 Die heutigen Modelle der Kupferspirale haben jedoch nichts mehr mit dem Dalkon-Shield gemeinsam und sorgen schon aufgrund ihrer Form dafür, dass Infektionen nur selten auftreten. Hinzu kommt, dass Infektionen mit der Kupferspirale weitgehend vermieden werden können, wenn die erforderlichen Voruntersuchungen (PAP-Abstrich, Chlamydientest etc.) durch den Frauenarzt vor dem Einsetzen der Spirale gewissenhaft durchgeführt werden.2 Studien der letzten Jahre belegen, dass nicht die Kupferspirale, sondern viel häufiger das Sexualverhalten der Frauen, zu einem erhöhten Infektionsrisiko nach dem Einsetzen der Spirale führt. Bei häufig wechselnden Sexualpartnern schützt die Kupferspirale wie auch viele andere Verhütungsmittel nicht vor Infektionen. Grundsätzlich sollten bei häufig wechselnden Sexualpartnern oder in nicht monogamen Beziehungen zusätzlich Kondome verwendet werden.
Auch wenn Infektionsrisiko mit der Spirale zur Verhütung inzwischen als gering einzustufen ist, soll der bakteriostatische Effekt der Kupferspirale das Risiko noch zusätzlich reduzieren.

Bakteriostatischer Effekt in der Kupfer-Spirale mit Gold oder Silber

Ein bakteriostatischer Effekt soll besonders durch die Kupferspirale mit einem zusätzlichen Anteil an Gold entstehen (Goldspirale). Einige Hersteller behaupten, dass der Anteil an Gold in der Kupferspirale das Wachstum von Bakterien zusätzlich hemmt und somit eine Reduktion des Infektionsrisikos herbeiführt. Ein solcher bakteriostatischer Effekt in der Kupferspirale mit Goldanteil (Goldspirale) oder alternativ mit einem Anteil an Silber (Silberspirale), konnte bisher nicht wissenschaftlich belegt werden. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist das Risiko einer Infektion mit der klassischen Kupferspirale beziehungsweise Kupferkette ebenso gering wie bei Anwendung einer Goldspirale oder Silberspirale.

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1 Ehrenreich, B. et al. 1979. The Charge: Gynocide. The Accused: The U.S. Government.Mother Jones. Issue 11, 1979. Zugriff unter: http://www.motherjones.com/politics/1979/11/charge-gynocide.
2 Profamilia. 1986. Verhütungsmethoden. Die Spirale. Zugriff unter: http://www.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Reihe_Verhuetungsmethoden/spirale.pdf.

 

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